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Früher wurden hierzulande sogenannte Stadtdrechsler oft etwas mitleidig als nicht ganz so ernst zu nehmende Reparaturhandwerker belächelt, welche irgendwo im Hinterhof mit wenig Platz auskommen müssen.
Friedrich Kuhn lebt und arbeitet auch in der Stadt. Mitten im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Möglicherweise ist es genau diese Tatsache, die seine Arbeit zu etwas ganz Besonderem macht. Kuhn gibt sich nicht einfach nur damit zufrieden eine ideale Form zu finden oder die Holzmaserung sauber herauszuarbeiten. Er sucht immer nach neuen Möglichkeiten etwas Ungesehenes zu schaffen. Er entwickelt seine Arbeiten an Punkten, wo andere schon meinten ein Kunstwerk geschaffen zu haben immer weiter. So findet man beispielsweise in seiner Werkstatt unzählige Behältnisse mit den verschiedensten Pülverchen und Pigmenten, welche er einsetzt, um mit Oberflächen zu experimentieren. Oft verschwindet das Holz ganz unter der Oberfläche und dem Betrachter ergeben sich verschiedenste Möglichkeiten der Spekulation. Er selbst bezeichnet sein Arbeiten als offene Herangehensweise. Oft führt erst die radikale Änderung des ursprünglichen Entwurfes oder wochenlange Unterbrechung zum Ergebnis.
Kuhn, der sich 1988 seine erste Drechselbank zulegte und seit 1995 intensiv mit dem Werkstoff Holz arbeitet, beschäftigte sich schon immer auch mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen wie Experimentalfilm, Theater, Musik, Fotographie oder Holzbildhauerei. Dadurch schärft er seine Sinne und entgeht bewusst der Gefahr, kreativ auf der Stelle stehen zu bleiben.
Arbeitsaufenthalte in den USA, Kanada und England gaben ihm einen neuen Blick auf Gestaltungsmöglichkeiten und Herangehensweisen.
Mittlerweile werden seine Arbeiten auf internationalen Messen, Galerien und Kunstsammlungen gezeigt und verkauft.
>> www.friedrich-kuhn.de
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